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Herzlich Willkommen auf Tensegrity - Munich!

Wir sind eine Tensegrity Praxisgruppe in München und praktizieren die Magischen Bewegungen, Traum-, Pirscher-, und Rekapitulationsübungen, die wir auf Seminaren von Cleargreen erlernt haben.

Jeder der Interesse hat kann zu unserem Praxistreffen kommen.

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Was ist Tensegrity?

 Tensegrity® Praxis und Wohlempfinden 2012

Ein Interview mit Nyei Murez und Renata Murez, Studentinnen von Carlos Castaneda und Vermittlerinnen der Tensegrity®-Praxis.

Das Interview führten Paqui Socas und Mario Merinero, übersetzt von Elke Kopmann

Was versteht man unter Tensegrity-Praxis?

Tensegrity-Praxis ist eine moderne Interpretation des „Weges des Krieger-Wanderers”, den der Yaqui und Seher, Don Juan Matus, seinen vier Studenten Carlos Castaneda, Florinda Donner-Grau, Taisha Abelar und Carol Tiggs lehrte. Don Juan wurde in Yuma, Arizona, geboren und lebte auch in Sonora, Mexiko. Er war der Nagual oder Führer einer Gruppe von männlichen und weiblichen Sehern, deren Linie vor mehr als 10.000 Jahren in Mexiko begann. Don Juan beschrieb als Ziel der Seher seiner Linie als „Freiheit der Wahrnehmung“ – die Freiheit, das Wesen der Wirklichkeit wahrzunehmen – flieβende, vibrierende Energie, die von einer Intelligenz geordnet wird, die Don Juan Absicht nannte.

 

Don Juan sagte seinen Studenten, dass dieses Wissen, das er an sie weitergab, Teil eines lebendigen Universums sei, eines Universums, in welchem die Energie sich im ständigem Fluβ befindet und dass sie dieses Wissen daher an ihre Zeit anpassen sollten, in der Art, wie sie es sich zu eigen machten. Dem folgend, nannte Carlos Castaneda den modernen Ausdruck dessen, was Don Juan seinen Studenten und Studentinnen lehrte, Tensegrity-Praxis – das sind energetisierende Magische Bewegungen, die Don Juan und andere Seher seiner Linie ihnen lehrten, das Praktizieren der Rekapitulation oder Rückblicks auf das eigene Leben, und Träumen — die Kunst, gewöhnliche Träume und andere Zustände der Bewusstheit als ein Mittel der Fortbewegung zu benutzen, in Bezug auf Bewusstheit. All diese Übungen haben das Ziel, einem zu helfen, vollständiger zu werden – in anderen Worten, eine bewusste Verbindung zu dem zu haben, was Don Juan den Traumkörper oder den Energiekörper nannte, einem Zwilling unseres physischen Körpers/Wesens, der aus Energie besteht.

Tensegrity, ein Begriff, den er aus der Architektur auslieh, wurde vom Architekten, Wissenschaftler, Denker und Träumer, R. Buckminster Fuller, geprägt. Fuller beobachtete eine effiziente, anpassungsfähige Integrität in Strukturen, die in der Natur vorkommen, wie z.B. Bäume oder unser Sonnensystem, und versuchte, diese Eigenschaft in seine architektonischen Strukturen zu übertragen. Carlos Castaneda sah, dass dieses Prinzip bei den Magischen Bewegungen und bei allen Übungen, die Don Juan ihm lehrte, wirksam wurde; alle waren darauf ausgerichtet, diesen anpassungsfähigen und gleichzeitig integrierten Zustand in alle Aspekte seines Daseins zu bringen — in seinen eigenen Körper, seine Gedanken und Gefühle, seine Bewusstheit und schlieβlich in sein gesamtes Wesen: Körper und Energiekörper – sowie auch in seine Beziehung zu anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und Bäumen, zur Erde, zu den Planeten und den Sternen.

 

Wie entstand die Tensegrity-Praxis?

Carlos Castaneda war Sozialwissenschaftler – und führte anthropologische Feldforschung in einem Bereich durch, den man „Ethno-Botanik” nennt, als er Don Juan traf. Don Juan lehrte ihm eine kulturelle Sicht auf Pflanzen, die anders als seine eigene, westliche Sicht war. Don Juan lehrte ihm eine andere Sicht auf Pflanzen – und eine andere Sicht von der Welt, vom dem, was wir sind, vom Sinn unseres Daseins auf dieser Erde. Er schrieb über diesen Sinn in 12 Bestsellern, einschlieβlich der Lehren des Don Juan und Magische Bewegungen.

Worin liegt dieser Sinn?

Für Don Juan ist dieser Sinn Bewusstheit. Alle fühlenden Wesen auf diesem Planeten, die Pflanzen, die Bäume, die Tiere, die Menschen, sind hier als ein Aspekt des Universums, das auf diese Weise seine Bewusstheit über sich selbst ausdehnt. Daher ist die Tensegrity-Praxis das Praktizieren von Bewusstheit. Wenn wir unsere Bewusstheit auf dieser Reise, die unser Leben ist, erweitern wollen, sagte Don Juan, brauchen wir Energie — Energie die daher kommt, dass wir all unsere Mittel oder Quellen harmonisch einbeziehen. Daher dienten alle Übungen, die er seine Studenten und Studentinnen lehrte, diesem Zweck.

Sie fühlten, dass der beste Weg, das zu würdigen, was Don Juan sie lehrte, darin bestand, es mit allen, die interessiert waren, zu teilen. Daher lehrten sie uns, es in Seminaren und Kursen und auch durch Online-Kurse und persönlichen Sitzungen, die von Cleargreen, Inc., gesponsert werden, direkt mit anderen zu teilen, und wir teilen die Magischen Bewegungen und Tanz, Musik, Theater und Übungen zur Selbsterkenntnis, die uns gelehrt wurden. Und seit kurzem bilden wir neue Vermittler und Vermittlerinnen aus, die diese Übungen mit ihren örtlichen Praxisgruppen teilen.

Kannst du uns erklären, was man aus der Sicht einer Tensegrity-Struktur oder einer Tensegrity-Praxis unter Wohlempfinden versteht?

Das ist eine groβartige Frage. Zuerst müssen wir uns ansehen, was wir unter Wohlempfinden verstehen. Für unsere Lehrer bedeutet Wohlempfinden die Fähigkeit, Ehrfurcht zu fühlen, im Sinne von Wertschätzung und Erstaunen über das, was unseren Weg kreuzt, was unsere Erfahrungen angeht — egal, ob es das ist, was wir erwarten und uns wünschen, oder nicht. Mit anderen Worten bedeutet es, in uns selbst eine flieβende Verbundenheit zu haben, das Unerwartete in einem gröβeren Zusammenhang zu sehen, der über das, was Don Juan den „ich-ich-Verstand“ nennt, hinausgeht und einen Zugang zu unserem wahren Verstand zu finden, dem Verstand unseres vollständigen Wesens. Wenn also etwas unseren Weg kreuzt, sein es ein Auto, das bei Rot über die Ampel fährt oder eine Kellnerin, die uns in einem Restaurant zu übersehen scheint, oder wenn wir einen Preis gewinnen, oder etwas Ähnliches, dann können wir, anstatt beharrlich zu versuchen, Widerstand zu leisten, oder das, was passiert, zu verleugnen oder umgekehrt uns in dem Gefühl gehenzulassen, das diese Situation in uns wachruft, in diesen Gefühlen und in dieser Erfahrung ganz gegenwärtig sein, und uns anpassen. Wir können diese Gefühle flieβen und ihre Aufgabe tun lassen, die ist, uns zu zeigen, wann wir mit uns selbst und anderen in einem Zustand sind, in dem alle Aspekte unseres Wesens integriert sind, oder wann nicht. Wir können es z.B. zulassen, dass unsere natürliche Angst uns anhalten läβt, in dem Moment, in dem wir die Straβenkreuzung betreten möchten; und wir lassen die Wut auf den Fahrer über uns hinwegspülen, und dann können wir sehen, dass wir nicht ganz aufmerksam waren, als wir auf die Straβenkreuzung zugingen; oder wir werden uns bewusst darüber, dass wir traurig oder verärgert sind, weil die Kellnerin sich nicht um uns zu kümmern scheint, und dann können wir vielleicht unsere Haltung ihr gegenüber ändern und dann sehen, dass sie zu dieser späten Stunde müde ist; oder wir lassen Raum, um unsere Freude darüber auszudrücken, dass wir von anderen Menschen, die uns den Preis gaben, anerkannt wurden und schätzen und erkennen sie gleichzeitig an.

 

Buckminster Fuller wies darauf hin, dass wir, wenn wir eine Tensegrity-Struktur ansehen, wie einen Baum, z.B., sehen könnten, dass ein starker Wind die Äste eines Baumes brechen könnte, wenn dieser Baum vollkommen starr bliebe. Jedoch meistens hat der Baum in seinem Inneren ein flieβendes, hydraulisches System mit Wasser und Luft, das ihm erlaubt, sich zu biegen und sich an Druck anzupassen, anstatt zu brechen.

Interessanterweise sprechen moderne Psychologen über ein paralleles Phänomen in unserer eigenen Psyche. Der Psychiater und Schriftsteller Daniel Siegel schlägt vor, das Funktionieren unserer Psyche und unseres Wohlempfindens mit dem zu vergleichen, was in der Mathematik „komplexe Systeme“ genannt wird. Diese benötigen beides, die Aufteilung und die Einbindung ihrer getrennten Komponenten. Er nennt als Beispiel einen Chor – wenn wir alle zusammen die gleiche Note singen, gut, dann sind wir eingebunden, integriert, aber nicht aufgeteilt. Das System ist starr. Wenn wir uns die Ohren zuhalten und alle zur gleichen Zeit singen, gibt es eine Aufteilung, aber das System ist im Chaos. Wenn wir zusammen singen, in Harmonie, haben wir jetzt ein funktionierendes integriertes System.

 

Wenn unsere Gefühle entweder starr oder chaotisch sind, sagt die Wissenschaft jetzt, wird sich das in unseren mentalen und phsychischen Zuständen widerspiegeln; und ein „klarer Verstand“ oder wirkliche körperliche Gesundheit ist nicht möglich, ohne dass unsere Gefühle integriert sind. Dr. Daniel Siegel zitiert Harvardforschungsergebnisse, wonach die Gehirne von chronisch misshandelten Kindern nicht nur kleiner als der Durchschnitt waren, sondern er weist darauf hin, dass die beschädigten Bereiche des Gehirns, die integrierten Bereiche waren – der Hippocampus oder das Corpus Callosum. Die Schlussfolgerungen, zu denen diese Wissenschaftler gelangen, stimmen mit denen der Psychiater überein – ein Trauma blockiert die Integration, gesunde Beziehungen fördern die Integration. Und wie Don Juan betonte, unser innerer Dialog hat seine Wirkung auf unser gesamtes Wesen und auf unsere Erfahrung.

Und das wird in einer anderen Forschungsarbeit der Neurowissenschaften bestätigt – Dr. Candace Pert und andere führende Wissenschaftler der Neurowissenschaften auf dem Forschungsgebiet der Psychoeuroimmunologie weisen durch ihre Studien über die Wirkungsweise von Neuropeptiden in unserem System nach, dass unsere Immunität und unser mentaler/emotionaler Zustand eng miteinander verbunden sind.

Und es scheint, als ist ein gesunder Körper ein Körper, der alle Gefühle anerkennt, ohne sie auszuleben oder unendliche Zeit in einem Gefühl steckenzubleiben – oder sie als „gut“ oder „schlecht“ zu beurteilen. Laut unserer Lehrer wollen wir das mit unserem inneren Wesen tun – wir wollen fähig sein, dem, was in uns und auch auβerhalb von uns vorgeht, zuzuhören und es anzuerkennen. Oft herrscht in den „Bewusstseins“–Gruppen oder Fachgebieten der unausgesprochene Glaubenssatz vor, dass wir bestimmte Bereiche von uns selbst oder unsere Gefühle verneinen oder ignorieren sollten, z.B. wenn wir an einem Kurs für Körperbewegungen teilnehmen und Schmerz fühlen, denken wir vielleicht, dass wir das ignorieren und einfach mit den anderen „mithalten“ sollen. Oder wenn wir Ärger spüren, oder (um Himmels willen nur das nicht) Neid, oder irgendein anderes Gefühl, das wir vielleicht gelernt haben, zu verneinen, versuchen wir, es zu unterdrücken und ein höfliches Lächeln aufzusetzen.  

 

Daher ist die Praxis von Tensegrity die Kunst dieser flieβenden und andauernden Integrität. Sie beinhaltet die Kunst der Rekapitulation – des nochmaligen Betrachtens unseres Lebens mit Hilfe einer tiefen Fegeatmung, das Erspüren des Energie- und Gefühlsfluβes in unseren alltäglichen Erfahrungen, damit wir uns selbst und unsere Muster gut genug kennen, um zu wissen, wann wir in unserem Denken und in unseren Gefühlen festhängen, und auch, wann wir flexibel sind – so viel wie möglich über diese Zustände zu wissen – und auch, in welcher Form wir sie verkörpern – wie atmen wir, was passiert in unserem Körper – ist unser Kiefer vor Ärger verspannt? Sinkt unsere Brust aus Neid ein und dehnt sie sich vor Freude aus? – sodass wir Anpassungen vornehmen und uns über jede Situation Rechenschaft ablegen können, die Verantwortung für unseren Teil bei dem, was passiert übernehmen können – und andere die Verantwortung für ihren Teil übernehmen lassen. Wenn wir unsere eigene Verantwortung in einer Situation anerkennen, dann werden wir fähig, uns anzupassen, uns abzustimmen und zusammenzuarbeiten.

Diese Fähigkeit, den Chor aller Flüssigkeiten, Knochenmark und Knochen unseres Körpers in einem Konzert zu vereinen, um einen wahren, individuellen, einzigartigen Chor zu bilden, der sich mit anderen Chören zu einer Syphonie verbindet, erweckt unser „anderes Selbst“ – den Energiekörper. Es ist ein Zustand der Integration, in dem man sich vollständig im eigenen Körper und in der eigenen Seele befindet, den man vergleichen kann mit der Ankunft des Duende—der Kraft, die ganze Bandbreite der Emotionen wirklich zu fühlen und dieses tiefe Gefühl auszudrücken, das, wie Lorca sagt, von der Erde und vom Himmel selbst kommt und von unseren Füβen aufsteigt, in unseren Venen und unseren Herzen und Augen und Stimmen, in unserem ganzen Sein aufleuchtet, und das einen ganzen Raum erleuchten kann, eine ganze Familie, einen ganzen Wald, eine ganze Stadt, die ganze Welt … ein Wesen nach dem anderen.

Copyright 2012, Laugan Productions, Inc.

Dank El Despertador.